Faszination Boxen

Boxen ist eine Kampfsportart, bei der sich zwei Personen unter festgelegten Regeln nur mit den Fäusten bekämpfen. Ziel ist es, möglichst viele Treffer beim Gegner zu erzielen oder diesen durch einen Knockout außer Gefecht zu setzen. Die Kämpfer sind für gewöhnlich mit gepolsterten Handschuhen ausgestattet und müssen derselben Gewichtsklasse angehören. (Wikipedia)

Tatsächlich ist Boxen aber viel mehr als das. Es gibt kaum einen Sport, der so wie das Boxen sowohl den Körper in allen Belangen wie Kraft, Ausdauer, Reaktion, und Koordination, aber auch das persönliche Verhalten in Punkto Fairness, Respekt und Freundschaft trainiert.

Die ersten nachgewiesenen Faustkämpfe zum Zwecke der Unterhaltung von Menschen fanden bereits 3000 v. Chr. in Ägypten statt. In den darauffolgenden zwei Jahrtausenden breitete sich das Boxen im ägäischen Raum aus.

Der Faustkampf wurde erstmals im Jahre 688 v. Chr. in Griechenland bei den 23. Olympischen Spielen der Antike ausgetragen. Im antiken Rom wurde der Faustkampf vor allem bei Gladiatorenkämpfen (Lederriemen mit Metalldornen), der Caestus vorgeführt. Es lässt sich jedoch nicht genau festlegen, wie alt der Faustkampf wirklich ist, da aus 7000 Jahre alten Darstellungen hervorgeht, dass auch ähnliche Kämpfe zu jener Zeit ausgetragen wurden.

Moderne Legenden

Im letzten Jahrhundert sind einige Boxkämpfer zu wahren Legenden geworden, allen voran in Deutschland Max Schmeling und weltweit Cassius Clay / Muhammed Ali.

Max Schmeling - Sportidol für Generationen

Max Schmeling ist bis heute der einzige deutsche Box-Weltmeister aller Klassen. Zur Legende machte ihn jedoch ein Sieg in einem Nicht-WM-Kampf: der K.o. gegen den als unbesiegbar geltenden Joe Louis in New York.

Es gibt viele Geschichten über Max Schmeling, eine aber bleibt immer in Erinnerung: Drei Uhr morgens in Deutschland, doch an jenem 19. Juni 1936 dachte kaum einer ans Schlafen. Gebannt saßen Millionen vor dem Radio und verfolgten die Live-Übertragung vom Boxen im New Yorker Yankeestadion. Mittendrin: die Protagonisten Joe Louis und Max Schmeling. Ersterer ein designierter Weltmeister, der sich bis dahin der Gegner im Schnelldurchgang entledigt hatte. An eine Chance gegen ihn glaubten nur Schmeling und sein Trainer Max Machon. Die Wetten standen zehn zu eins für den US-Amerikaner. Schmeling nutzte seine Chance und landete in der zwölften Runde eine seiner starken Rechten. Louis, der kurz vor der Weltmeisterschaft stand und als unbesiegbar galt, ging K.o. Eine Sensation in der Boxwelt - und für den 1905 in Klein Luckow in der Uckermark geborenen Schmeling ein Meilenstein.

I am the Greatest – Cassius Clay / Muhammed Ali

Muhammad Ali (* 17. Januar 1942 in Louisville, Kentucky als Cassius Marcellus Clay Jr.) ist ein ehemaliger US-amerikanischer Boxer und der Einzige, der den Titel unumstrittener Schwergewichts-Boxweltmeister dreimal in seiner Karriere gewinnen konnte. Er gehört zu den bedeutendsten Schwergewichtsboxern und herausragendsten Athleten des 20. Jahrhunderts und wurde 1999 vom Internationalen Olympischen Komitee zum "Sportler des Jahrhunderts" gewählt.

Auch außerhalb des Boxrings sorgte Ali für Schlagzeilen. So lehnte er öffentlich den Vietnamkrieg ab, verweigerte den Wehrdienst und unterstützte die Emanzipationsbewegung der Afroamerikaner in den 1960er Jahren.

Der Kampf Rumble in the Jungle gegen George Foreman und die Kämpfe Fight of the Century und Thrilla in Manila gegen Joe Frazier gelten als Klassiker unter den Schwergewichtskämpfen.

Im Jahr 1984 wurde bei Ali das Parkinson-Syndrom diagnostiziert. Da seine geistigen Fähigkeiten, wie allgemein bei dieser Krankheit, kaum beeinträchtigt waren, nahm er weiterhin weltweit am öffentlichen Leben teil und setzte sich für wohltätige Zwecke ein. Unter anderem engagierte er sich für die Verständigung zwischen der westlichen und der islamischen Welt. Insbesondere seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 tritt er als Botschafter seines Glaubens auf und betont die seiner Meinung nach friedliche Grundhaltung des Islam.

Rubin "Hurricane"Carter

Rubin "Hurricane" Carter (* 6. Mai 1937 in Clifton, New Jersey; † 20. April 2014 in Toronto, Ontario, Kanada) war ein US-amerikanischer Mittelgewichtsboxer, der zwischen 1961 und 1966 aktiv war. Er war ab 1966 wegen Mordes inhaftiert und wurde 1985 nach Wiederaufnahme des Verfahrens durch ein Bundesgericht freigelassen.

Seine Boxkarriere endete 1966, als er und sein Freund John Artis in New Jersey des Mordes an drei Weißen für schuldig befunden und zu einer Gefängnisstrafe von "dreimal lebenslang" verurteilt wurden. In der Jury war kein Farbiger und die Geschworenen fällten ihr Urteil aufgrund fragwürdiger Zeugenaussagen zweier Krimineller. Nach zahlreichen Gerichtsverfahren und einem erneuten Schuldspruch in einem zweiten Prozess 1976 folgte jedoch 1985 der Freispruch, nachdem das Bundesgericht festgestellt hatte, dass "grobe Verfahrensverstöße" vorlagen und die Staatsanwaltschaft daraufhin die Anklage fallen ließ (John Artis wurde schon einige Jahre früher auf Bewährung entlassen). Der Fall ging damit als Justizskandal in die US-amerikanische Rechtsgeschichte ein. Zuvor hatten sich Prominente wie zum Beispiel Bob Dylan, der 1975 für ihn den Song Hurricane schrieb, oder auch Muhammad Ali für Rubin Carter eingesetzt.

Rubin Carter lebte zuletzt in Toronto und leitete dort langjährig die Association in Defense of the Wrongfully Convicted, die sich für zu Unrecht Verurteilte einsetzt. 1993 wurde ihm als erstem Boxer außerhalb des Rings vom World Boxing Council der Weltmeisterschaftsgürtel verliehen. Im Jahr 2005 erhielt er zwei juristische Ehrendoktorwürden für seinen Einsatz für Bürgerrechte.

Die legendärsten Boxkämpfe

Eine interessante Übersicht findet man in der Fotostrecke des SPIEGEL:
http://www.spiegel.de/fotostrecke/die-legendaersten-boxkaempfe-von-ali-frazier-foreman-tyson-klitschko-fotostrecke-80761.html

Box-Glossar

Beim Boxen ist die Stellung der Kämpfer ausschlaggebend, dazu kommen in der Regel drei verschiedene Schlag-Varianten zum Einsatz. Diese werden untereinander beliebig zu sogenannten Schlag-Kombinationen zusammengefügt. Ebenfalls ein probates Mittel ist das Klammern, um sich aus ungünstigen Situationen zu befreien.

Auslage: Unter der Auslage eines Boxers versteht man die Stellung und Richtung zum Gegner. Die Kämpfer stehen dabei einander nicht frontal, sondern versetzt gegenüber, wobei diejenige Hand, die dem Gegner näher ist, als Führhand, die hinten liegende Hand als Schlaghand bezeichnet wird. Da die meisten Menschen Rechtshänder sind, gilt die Linksauslage als normal und wird meistens Normalauslage genannt. Bei ihnen stehen linkes Bein und linke Hand näher zum Gegner - in der Rechtsauslage entsprechend andersherum.

Jab: Eine abrupt geschlagene Gerade mit der Führhand. Der Schlag hat zumeist den Kopf zum Ziel. Der Jab zählt dabei nicht zu den stärksten Schlägen, nur selten geht ein Boxer nach einem einzelnen Jab zu Boden.

Cross: Eine Gerade, die mit der Schlaghand geschlagen wird. Die Schlaghand wird vom Kinn auf einer geraden Linie ins Ziel geführt. Die Führhand wird dabei zurückgenommen, um das Kinn zu schützen. Der Cross ist ein sogenannter Powerpunch.

Haken: Ein Schlag, bei dem zwischen Kopf- und Körperhaken unterschieden wird. Zum Einsatz kommt der Haken beim Boxen in der Halbdistanz. Der Schlag eignet sich vor allem als K.o.-Schlag, da er zumeist von der Seite kommt und so durch die Deckung des Gegners geht.

Klammern: Eine taktische Maßnahme, um sich eine Pause zu verschaffen oder sich aus einer ungünstigen Position zum Gegner zu befreien. Der Ringrichter muss die Kontrahenten aus der Klammerung trennen, so dass eine neue Kampf-Situation entsteht. Klammern stellt einen Regelverstoß dar, der aber aufgrund der Häufigkeit oft geduldet wird. Ab einem gewissen Grad wird das Vergehen jedoch mit Verwarnungen und damit mit Punktabzügen bestraft.

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